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Verein für Demokratische Kultur in Berlin – Initiative für urbane Demokratie- entwicklung (VDK) e.V.

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Ausgangssituation

„Du Jude“ ist zum angesagten Schimpfwort unter Jugendlichen geworden und antisemitische Stereotype finden sich immer wieder in den Medien und in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen. Zugleich werden in den aktuellen Debatten über die „Multikulti-Gesellschaft“, über Moscheebau, Jugendgewalt oder soziale Ungleichheit Vorurteile und Ängste geäußert; Komplexes wird vereinfacht und miteinander vermischt.

Häufig werden daraus auch einseitige Schuldzuweisungen an „die Ausländer“, „den Islam“, „den Westen“ oder „die Juden“ abgeleitet. Für die Jugendarbeit bedeutet dies eine besondere Herausforderung: Die bisher angewandten Methoden und Konzepte aus der Anti-Diskriminierungsarbeit oder der antirassistischen Praxis reichen nicht aus, um Antisemitismus bei jugendlichen Migrant/innen zu bearbeiten. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind von Erfahrungen mit Rassismus, Ausgrenzung und Benachteiligung in vielen gesellschaftlichen Bereichen geprägt. Antisemitismus muss nicht immer auf festen Überzeugungen basieren, er kann vielfältige Motivationen haben. Er kann u.a. als identitätsstiftendes Moment oder als Ventil für eigene Ausgrenzungserlebnisse dienen. Hierfür liefern verschiedene politische und gesellschaftliche Debatten sowie bestimmte Medien, die antisemitische Stereotype transportieren, zahlreiche Anknüpfungspunkte.

In multikulturellen Stadtteilen vermischen sich die Erfahrungen von Diskriminierung mit sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit, Armut und der Ethnisierung von Konflikten. Dadurch ergibt sich ein besonderer Bedarf an pädagogischen Konzepten, die bei der Thematisierung von Antisemitismus unter Jugendlichen aus muslimisch geprägten Ländern auch Kontexte wie Migration, Rassismus, Islamfeindlichkeit und soziale Ungleichheit berücksichtigen.

amira hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Vertreter/innen von Migrant/innen-Organisationen und der Jugendarbeit ins Gespräch zu kommen, um Strategien und Angebote für die sozialpädagogische Praxis zu schaffen, die der komplexen Lebenssituation jugendlicher Migrant/innen gerecht werden.